E Q U A L I Z E N T Schulungs- und Beratungs GmbH
Qualifikationszentrum für Gehörlosigkeit,
Gebärdensprache, Schwerhörigkeit und
Diversity Management
                            Home  •  Aktuelles  •  wir über uns  •  Jobs  •  Kontakt
Presse : Sprachlosigkeit wird bei equalizent durch lebens- und berufsbegleitendes Erlernen der Gebärdensprache begegnet

Presseaussendung Wien, am 11.09.2006 - Gehörlose Menschen werden in Österreich von Jugend an sprachlos gehalten. Viele Ausbildungsplätze sind ihnen verwehrt. Daran hat sich in den vergangenen hundert Jahren wenig geändert. equalizent ist das erste Bildungsinstitut für Gehörlosigkeit, Schwerhörigkeit und Diversitätsmanagement. equalizent übernimmt die dringend notwendige Weiterbildung gehörloser und schwerhöriger Jugendlicher und Erwachsener.

„Besonders interessant ist das etwa für Personal aus dem Bildungs- Sozial- und Gesundheitsbereich. Also für Menschen, die sich in ihrem jeweiligen Quellberuf zusätzlich auf Gebärdensprache und Gehörlosen/Schwerhörigenkultur spezialisieren wollen, “ so Mag.a Monika Haider, Geschäftsführerin von equalizent. ‚ÖGS-Individual’ ist der Titel einer speziell für diese Zielgruppe geschaffenen Intensivausbildung in Gebärdensprache. Sie startet im November bei equalizent in Wien und ist als 17 Wochen dauernder Tageskurs besonders für Arbeitssuchende gedacht. Aber auch für berufsbegleitendes Lernen beginnt am 15. September ein Intensivlehrgang.

Es ist ein Skandal. Wie im letzten Jahrhundert!

Gehörlose fordern immer ungeduldiger bessere Bildungsbedingungen zumindest für die nächste Generation und verweisen auf die Vorzeigemodelle Schweden, Schweiz und USA.
In Österreichs ‚Gehörlosenschulen’ und ‚Integrativklassen’ wird immer noch hauptsächlich in Lautsprache unterrichtet. ‚Gebärden’ wird den Kindern entweder verboten, ist verpönt oder wird von den LehrerInnen kaum beherrscht. Würden Sie es tolerieren, wenn die LehrerInnen Ihrer Kinder nicht adäquat mit ihnen kommunizieren können? Sicherlich nicht.

Ohne Gehör – aber nicht ohne Sprache!

„Viele Ärzte raten Eltern gehörloser Kinder: Lassen Sie es nur nicht zum „Fuchteln“ anfangen, sonst verstehen Sie ihr Kind nie, “ sagt eine Krankenschwester mit jahrelanger HNO-Stationserfahrung. Doch so versteht sich das gehörlose Kind vielleicht selbst nicht. Denn es ist für jedes Kind wichtig, einen sinnlichen Bezug zum eigenen Ausdruck zu bekommen. Ausdruck – in Gebärden- oder Lautsprache – fördert das Denken. Kinder die sprechen, ohne sich selbst zu hören, können oft keinen kognitiven Bezug zur Bedeutung der Worte herstellen. Gebärden schließt Lippenlesen und Lautsprache aber nicht aus. „Ein Problem ist, dass sich Eltern vorwiegend an Ärzte wenden,“ so der Tenor beim equalizent Beiratstreffen im September 06. ExpertInnen sind ÄrztInnen auf medizinischem Gebiet – selten aber auf dem Gebiet der Psychologie, Soziologie, Geschichte oder Kultur gehörloser und hochgradig schwerhöriger Menschen. An ExpertInnen auch auf diesen Gebieten sollten sich Eltern aber wenden. Das sind in erster Linie erwachsene Gehörlose! Deshalb sind die Weiterbildungsmaßnahmen für gehörlose Jungendliche heute so wichtig. Bei equalizent werden sie speziell auch auf Ausbildungen im Gesundheits- und Sozialbereich vorbereitet. Aber auch Hörende (Eltern, ÄrztInnen, PflegerInnen, LehrerInnen, SozialarbeiterInnen uva.) können im Rahmen von Kursen und Tages- oder Abendintensivlehrgängen bei equalizent ein Stück weit ExpertInnen werden.

Rückfragehinweis: Mag.a Nadja Schefzig, Presse & Projektleiterin Diversity Management
Tel.: 01/409 83 18 – 13, presse[at]equalizent.com
Informationen zu den Kursen/Lehrgängen: Heike Rauch, Projektleiterin ÖGS-Akademie
Tel.: 01/409 83 18-32, heike.rauch[at]equalizent.com

Printer Friendly Page Create a PDF from the article

Impressum