Presseaussendung Wien, am 20.3.2007: Gülsüm Erman ist seit zwei Wochen Praktikantin bei equalizent. Vergangenes Jahr hat sie die Handelsschule mit Schwerpunkt Webdesign und E-commerce abgeschlossen. Einen fixen Arbeitsplatz hat sie noch nicht gefunden. In Zeiten hoher Jugendarbeitslosigkeit haben Jugendliche mit „österreichischer“ Herkunft offenbar bessere Chancen.
Bei equalizent ist ein Fünftel der Mitarbeitenden nicht ursprünglich österreichischer Herkunft oder kommt aus mehrsprachigen, multikulturellen Familien. Das ist für das Unternehmen kein Ausschließungsgrund, sondern ein Aspekt speziell willkommener Vielfalt im Unternehmen.
„Unsere Kunden und KundInnen – beispielsweise unsere KursteilnehmerInnen - kommen schließlich auch häufig aus unterschiedlichen Kulturen. Vielfalt erfahren wir als Bereicherung. Ganz persönlich erleben wir das so. Aber auch als Unternehmen. Wir nehme zum Beispiel an, dass es für KursteilnehmerInnen mit Migrationshintergrund erfreulich ist, wenn Sie sehen, dass wir kulturelle, sprachliche Vielfalt wirklich – nämlich auch in unserer Belegschaft - willkommen heißen“, so Mag. Monika Haider, Geschäftsführerin von equalizent. Seit 2004 bekennt sich equalizent offiziell zu Diversität.
Das Schulungszentrum wurde ursprünglich als Qualifikationszentrum für gehörlose und schwerhörende Menschen gegründet. Hier liegt bis heute der Schwerpunkt der Aktivitäten. Seit einigen Jahren gibt es jedoch auch Schulungen für andere als hörbehinderte Zielgruppen - z.B. Controllinglehrgänge speziell für Frauen oder Aus- und Weiterbildungen für Menschen mit unterschiedlichen Formen von Behinderungen und neuerdings einen Projektmanagementlehrgang mit Schwerpunkt Gender- und Diversity. Seit zwei Jahren bietet equalizent auch Seminare und Beratungen für Unternehmen und Organisationen an, die sich für den Management-Ansatz „Diversity Management“ interessieren und selbst in ihrer Organisation umsetzen möchten. „Ursprünglich haben wir Diversity Management eingeführt, um eine Unternehmenskultur zu definieren, die das Zusammenwirken und Zusammenarbeiten sehr unterschiedlicher Menschen optimal ermöglicht. Der wahrnehmbarste Unterschied bei uns war natürlich der zwischen hörenden und gehörlosen Personen“, aber es gab und gibt noch andere Unterschiede, die für uns sehr wichtig waren, für die wir aber keine „Lösungen“ oder angemessene „Umgangsformen“ hatten“, so Monika Haider.
Diversity Management birgt eine Menge Chancen. Ein vertrauensvolles Klima, durch das KundInnen und ArbeitnehmerInnen stärker an das Unternehmen gebunden werden, gehört zu den Zielen von Diversity Management. „Natürlich birgt Diversity Management auch Risiken in sich. Diversity Management wird dort problematisch, wo es zum bloßen Image ohne tiefere Glaubwürdigkeit wird“, so Mag. Nadja Schefzig, Projektleiterin Diversity Management bei equalizent. „Diversity Management ruht auf zwei Säulen – der ethisch-moralischen und der betriebswirtschaftlichen. Solange das Verhältnis ausgewogen ist, erspart sich ein Unternehmen sehr viel Geld und kann sich über ein gutes Klima freuen.“
Gülsüm Erman nützt mittlerweile ihr Praktikum optimal und sammelt dabei auch neues „interkulturelles Wissen“: z.B. darüber dass viele gehörlose Menschen sich nicht als behindert verstehen, sondern als Mitglieder einer eigenen Sprach,- oder Kulturgemeinschaft.